Die Hamburger Speicherstadt

Sie sehen hier den ältesten zusammenhängenden Lagerhauskomplex der Welt! Die Hamburger "Speicherstadt". Hier befindet sich auch das größte Teppichlager der Welt.
In unserer unmittelbaren Nachbarschaft finden Sie unglaubliche Attraktionen: das Miniaturwunderland, das Dungeon, das Gewürzmuseum, die Deichtorhallen und die neue Hafencity.




Baugeschichte

Baubeginn der Speicherstadt war 1883. Dabei wurden zunächst die ab dem 16. Jahrhundert auf den Elbinseln Kehrwieder und Wandrahm gewachsenen Wohnviertel abgerissen. Der Kehrwieder galt als Arbeiter- und Handwerkerviertel mit teilweise enger Gängeviertelbebauung, der Wandrahm war vor allem mit Kaufmanns- und Bürgerhäusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert bebaut und insbesondere von holländischen Einwanderern geprägt. Etwa 20.000 Menschen wurden zwangsumgesiedelt, die einen in die binnen weniger Jahre hochgezogenen Arbeiterviertel in Barmbek und Hammerbrook, andere bauten ihre Sommerhäuser an der Alster oder Elbe in Hauptwohnsitze um. 1.100 Häuser wurden niedergelegt. Der erste Direktor der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark, prägte aus diesem Anlass das Wort von der „Freien und Abrissstadt Hamburg“.
1888 fand die Einweihung der Speicherstadt mit feierlicher Schlusssteinlegung durch Kaiser Wilhelm II. statt. 1898 war das Bauprojekt zu zwei Dritteln fertiggestellt. Die weiteren Bauarbeiten im östlichen Teil konnten noch vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 beendet werden. Von den alphabetisch benannten Blöcken wurden die Blöcke Y und Z, für die das Gelände der Ericusspitze vorgesehen war, nicht mehr gebaut.
Die Realisierung und Verwaltung der Speicherstadt wurde im Jahr 1885 durch die Hamburger Freihafen-Lagerhaus-Gesellschaft (HFLG) übernommen. Sie wurde von Anbeginn als Aktiengesellschaft angelegt: die Stadt steuerte den Grundbesitz von 30.000 Quadratmetern bei und die Norddeutsche Bank das Kapital in Höhe von neun Millionen Reichsmark. Aus der Dividende wurde ein Ankaufsfonds errichtet, mit dem die Stadt die Anteile der Bank abkaufte. Ab 1927 war die Stadt Hamburg Alleinaktionär. Geschäftssitz wurde das 1902 fertiggestellte sogenannte Speicherstadtrathaus am St. Annenufer, das sich durch seinen Neorenaissance-Stil von den backsteingotisch anmutenden Speichergebäuden absetzt. Aus der HFLG ging die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hervor.
Im Zweiten Weltkrieg wurde durch alliierte Bombenangriffe etwa die Hälfte der Bausubstanz zerstört. Der in weiten Teilen originalgetreue Wiederaufbau nach dem Krieg war 1967 abgeschlossen.

Historische und aktuelle Nutzung

Die Lagerung, eventuell auch eine Weiterverarbeitung, wurde von Quartiersleuten für die Importeure, die keine eigenen Lager unterhielten, übernommen. Die Quartiersleute waren meist auf bestimmte Güter spezialisiert und verfügten über eine fundierte Sachkenntnis. Insbesondere bei Tee und Kaffee wurden die importierten Sorten verkostet und Mischungen fertig konfektioniert. Zu ihren Aufgaben gehört noch heute die Qualitätsprüfung der Waren und der Versand von Proben. Infolge der Rationalisierung des Überseehandels durch die „Blechschachteln“ haben sich die Betriebe näher an den Containerterminals angesiedelt.
Die Speicherstadt liegt in einem Gebiet, das bei einer Sturmflut vom Elbwasser überflutet werden kann, wodurch sich der untere Boden nicht zum Lagern eignet und nur zu Versandvorbereitungen dient.
Heute beträgt die Nutzfläche der Speicherstadt etwa 630.000 Quadratmeter und beherbergt neben zahlreichen Teppichhändlern und Agenturen diverse Museen, wie das Speicherstadtmuseum, das Zollmuseum oder das Gewürzmuseum. Im Sandtorquaihof in der Straße Pickhuben haben Verlag und Redaktion der Meereszeitschrift Mare ihren Sitz. Am Neuen Wandrahm ist seit 2006 die Hafenbehörde Hamburg Port Authority (HPA) beheimatet, die 2005 aus dem ehemaligen Amt für Strom- und Hafenbau der Stadt Hamburg hervorging.

(aus Wikipedia)

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